Was sind Shopify Editions?
- Falls du gerade ein wenig ratlos auf deinen Bildschirm starrst, weil du das Event gar nicht kennst: Die Shopify Editions sind eine digitale Veranstaltung, auf der die Macher:innen unseres liebsten Shopsystem alles präsentieren, was mit aktuellen Entwicklungen rund um die Plattform zu tun hat – einmal im Sommer, einmal im Winter. Dabei kann es sich um Funktionen und Tools handeln, die in den vergangenen sechs Monaten implementiert wurden oder um geplante Neuerungen, die erst noch ausgerollt werden.
- Die Liste der präsentierten Features ist meist ellenlang. Denn – Abonnent:innen des Changelogs wissen es – Shopify bringt so gut wie jeden Tag zwei, drei kleine Neuerungen und Verbesserungen raus. Von Interesse sind die Editions somit für alle, die in irgendeiner Form mit dem Shopsystem arbeiten: Händler:innen und Unternehmen an vorderster Front, aber auch die Menschen, die hinter den Kulissen werkeln. Sprich: Agenturen, Tekkies oder Designer:innen.
In guter Tradition: Die Highlights der Shopify Winter Editions 2025
“The same procedure as last year, Miss Shopi?”“The same procedure as every year, Nerds!” Denn wie in jedem Jahr präsentiert Shopify auch 2025 seine Winter Editions, um wahnwitzige Game Changer, ausgefuchste Neuerungen und bahnbrechende Ideen rund um seine Plattform vorzustellen. Aber was ist das? Shopify nennt die diesjährige Ausgabe selbst „The Boring Edition“? Gibt es vielleicht gar nichts zu berichten? Doch, nur sind es dieses Mal keine gamechangenden Branchenumkrempler. Stattdessen stellt unsere liebste Plattform für den Onlinehandel 150 kleine, aber feine Verbesserungen vor, die sich im letzten halben Jahr ins System geschlichen haben. Manche von ihnen sind eher unscheinbar, andere durchaus bemerkenswert. Die absoluten Highlights möchten wir dir in diesem Beitrag gerne vorstellen.
The Soup: Was sind die Shopify Editions?
Winter Edition? Ist das nicht dieses uralte Sportspiel für den C64? Auch, aber bei den Shopify Summer und Winter Editions handelt es sich um halbjährlich stattfindende Online-Events, auf denen die Kanadier:innen zeigen, mit welchen Funktionen und Features Shopify im letzten halben Jahr verbessert wurde. Wer den Shopify-Newsletter abonniert hat, trifft dabei meist auf alte Bekannte. Für alle anderen sind die Editions eine prima Gelegenheit, sich schnell und umfassend auf den neuesten Stand zu bringen.The Fish: Das Beste aus den Shopify Winter Editions 2025
Also: 150 Updates vor und hinter den Kulissen. Einige von ihnen lassen sich nur bei Benutzung des Shops bemerken, andere werden erst später in Europa ausgerollt und sie alle aufzuzählen, wäre ziemlich Banane. Dann könntest du ja gleich die kompletten Winter Editions lesen. Deshalb machen wir es so: Wir knöpfen uns die zehn Kategorien vor, nach denen Shopify seine Neuerungen sortiert hat, und präsentieren dir daraus jeweils die echten Highlights.Kategorie #1: Online
Kategoriefilter lassen sich jetzt händisch sortieren: Bestehen deine Kategorien etwa aus Zahlenwerten, muss die kleinste Zahl nun nicht mehr zwangsweise ganz oben stehen. Damit kannst du zum Beispiel hochwertigere Produkte stärker promoten – etwa, indem deine Leuchten mit der größten Lumenzahl nicht erst am Ende der Liste auftauchen. Bundle-Inventur schon vor dem Checkout: Sollten Teile eines Bundles ausverkauft sein, weist Shopify nun nicht erst am Checkout darauf hin. Das vermeidet enttäuschte Kund:innen, die sich schon auf ihr Schnäppchen gefreut haben und sorgt für deutlich mehr Transparenz in deinem Store. Metaobjekte überall: Metaobjekte sind Bausteine deines Stores, die sich universell einsetzen lassen. Zum Beispiel ausgesuchte Kundenbewertungen oder ein Foto deiner Markenbotschafterin. Zukünftig kannst du diese Objekte überall in deinem Shop einbauen. Beispielsweise wäre es denkbar, am Checkout Bewertungen anzuzeigen, die sich explizit auf deinen schnellen und zuverlässigen Versand beziehen.Kategorie #2: Einzelhandel
Kunden-Metafelder in POS: Im stationären Handel kannst du jetzt Metadaten deiner Kund:innen abfragen und mit ihrem Onlinekonto verknüpfen. Schaut Max Mustermann in deinem Laden vorbei und lässt sich als „männlich“ registrieren, präsentierst du dem Mäxchen im nächsten Newsletter weniger High Heels und mehr ausgesuchte Herrenschuhe. Kundensegmente: Weiterhin ist es nun möglich, Kund:innen über ihre Metadaten in Segmente einzuteilen. In deinen Shops gibt es gerade Rabatt auf Hundefutter? Das interessiert die Menschen mit einem Kaninchen wahrscheinlich nur bedingt. Verschicke die Info lieber gezielt und personalisiert. Offlinezahlungen: Kartenzahlungen funktionieren nun auch, wenn das Internet gerade streikt. Das soll in der Hightech-Republik Deutschland zwar selten vorkommen, aber sicher ist sicher. Die Bankinformationen werden gespeichert und rausgeschickt, sobald das Netz wieder zur Verfügung steht.Kategorie #3: Checkout
Schnellerer Checkout: Für uns eines der wichtigsten Updates, denn: Die meisten Warenkorbabbrüche finden am Checkout statt! Wenn es dort ruckelt und hängt, ist schnell Essig mit der Conversion. Laut Shopify soll der Kassenbereich nun um 50 Prozent schneller laden – für den Pagespeed ein verdammt guter Wert. Checkout-Anpassungen in allen Tarifen: Außerdem gute Nachrichten für alle, die noch nicht bei Shopify Plus sind: Über die kostenlose App Checkout Blocks lassen sich Checkout-, Danke- und Bestellstatusseiten jetzt codefrei in sämtlichen Shopify-Plänen anpassen. Zukünftig musst du auf deine Corporate Identity im Kassenbereich also nicht mehr verzichten, sondern bestichst auch dort durch markenkonformes Design. Warenkorb bleibt länger gespeichert: Warenkorb gefüllt und dann den Tab geschlossen? Macht nichts, denn diese Informationen bleiben nun länger gespeichert. Und ein Einkauf, der sich bequem fortsetzen lässt, sorgt natürlich für einen höheren Average Order Value. Nur wie lange der Warenkorb jetzt genau gespeichert wird, hat Shopify nicht verraten …Kategorie #4: Marketing
Erweiterungen für Kundenkonten: Kundenkonten werden für Händler:innen immer interessanter, denn sie binden die Menschen an den Store, erlauben gezielteres Marketing und erhöhen die Wiederbesuchsrate. Dementsprechend hat Shopify die API für Kundenkonten aufgebohrt: Über Apps lassen sich zukünftig auch Funktionen wie eine Bestellverwaltung, Rückgaben oder Abos einem Konto hinzufügen. Marketing-Automatisierung via Kundensegment: Mit Shopify Flow bist du jetzt in der Lage, Marketingaktionen auszulösen, wenn Kund:innen einem Segment beitreten oder es verlassen. Denkbar wären etwa Events wie Anmeldung oder Kündigung eines Abos, aber auch eine Erinnerung zur Nachbestellung nach dem Kauf eines Verbrauchsguts. Marketing-Automatisierungen in Flow: Apropos Flow. In Shopifys hauseigenem Tool zur Automatisierung wiederkehrender Aufgaben findest du jetzt auch Vorlagen für etliche Marketingaktionen. Da Flow mit der Zeit immer komplexer geworden ist, ist diese Erweiterung der Bibliothek eine große Hilfe für alle Menschen ohne IT-Kenntnisse.Kategorie #5: Großhandel
Neue Analysefunktionen kompatibel mit B2B: Vor ein paar Monaten hat Shopify seine Analysetools deutlich aufgemotzt, dabei aber vergessen, B2B und B2C zu trennen. Diesem Fauxpas wurde jetzt Rechnung getragen und sämtliche Daten lassen sich nun in B2B- und D2C-Bestellungen splitten. Achtung: Gilt nur für Plus-Mitglieder. Bessere Bestellentwürfe: Außerdem hat sich bei Bestellentwürfen viel getan. Preise lassen sich fixieren; Produkte können als Bundle angeboten werden. Bei Plus lassen sich jetzt außerdem Anzahlungen realisieren und Kreditkarten zwecks mehrfacher Belastung sicher hinterlegen. Zuletzt wurde die Entwurfs-UI um einige Funktionen erweitert. So ist es jetzt etwa möglich, eine Versandnachricht zu verschicken, wenn ein Bestellentwurf rausgeht. Aber auch hier: Nur bei Shopify Plus.Kategorie #6: Global
Gebühren und Steuern separat angeben: „Huch, warum ist der Preis denn plötzlich so hoch? Gerade standen da doch nur 20 EUR!“Damit deine Kund:innen bei Auslandsbestellungen zukünftig auf den Staat und nicht auf dich sauer sind, kannst du alle Zölle und Sonderabgaben, die in den Verkaufspreis einfließen, jetzt einzeln anzeigen lassen. Rechnungen mit Mehrwertsteuer: Rechnungen landesspezifisch erstellen zu lassen, war lange einer der größten Schwachpunkte von Shopify. Ab sofort ist es in der EU und im UK möglich, sowohl B2B- als auch B2C-Rechnungen inklusive des jeweils geltenden Mehrwertsteuersatzes erstellen, speichern und anzeigen zu lassen. Neue Zahlungsoptionen bei Shopify Markets: Andere Länder, andere Bezahlmethoden. Denn ein Pole begleicht seine Rechnungen gerne mit Przelewy24 und eine Koreanerin shoppt mit KCP. Gut also, dass Markets neben den zwei genannten jetzt unter anderem auch Bancontact, GrabPay, MobilePay, Twint und Vipps zum Bezahlen zulässt.
Kategorie #7: Versand
Neue Etiketten von europäischen Versanddienstleistern: Du bist ein deutscher Shop, der in Deutschland verkauft und versendet und dafür auf einen deutschen Versanddienstleister setzt? Good News! Für deine Versandetiketten kannst du jetzt auf die hauseigene Software von Shopify setzen. Denn die beherrscht nun tatsächlich auch den Etikettendruck für DHL. Mehr Schutz vor Überverkäufen: Die Regeln für lieferbare Artikel gelten nun nicht mehr nur Verkäufe, die über den Checkout-Bereich von Shopify selbst getätigt werden, sondern auch für Bestellungen aus Rechnungen und Bestellentwürfen sowie importierten Bestellungen aus dem Vertriebskanal eines Drittanbieters. So bleibt dein Lager sauber mit allen Verkäufen synchronisiert und du verkaufst nichts, was du gar nicht mehr hast. Optionen bei Deinstallation von Fulfillment-Apps: Interessant für alle Händler:innen, die den Relaunch ihres Stores planen und dabei auch auf ein neues Fulfillment setzen wollen: Zukünftig kannst du entscheiden, was mit den bislang verwalteten Daten geschehen soll, wenn du eine Fulfillment-App deinstallierst. Der Reimport in eine neue Software wird so einfacher und sicherer.Kategorie #8: Abläufe
Flow jetzt noch mächtiger: Mit Shopify Flow automatisierst du wiederkehrende Aufgaben in deinem Store – und während das Tool für die längste Zeit seines Lebens nur simple wenn-dann-Bedingungen beherrschte, kann es inzwischen auch sehr komplexe Vorgänge mit zahlreichen Variablen und Triggern verarbeiten. Ein Kunde bestellt Waren für mehr als 300 EUR nach Frankreich und lässt sie als Geschenk verpacken? Dann sorgt Flow dafür, dass der Käufer ein Geschenk für den hohen Warenwert erhält, der Versand ob des überschrittenen Mindestbestellwerts kostenlos ist, die Bestellbestätigung auf Französisch herausgeht und das Fulfillment der Sendung eine Blankogrußkarte beiliegt – nur für alle Fälle. Der einzige Wermutstropfen bei so viel Automatisierung ist nur, dass es bei Flow zukünftig nicht mehr komplett codefrei zugeht. Mitarbeiterzugriff nach Rollen: Rollen sind nicht ganz neu in Shopify, aber so wichtig, dass wir sie hier auf jeden Fall erwähnen. Daher: In Shopify ist es möglich, Mitarbeitenden eine Rolle im Adminbereich eines Stores zuzuweisen. Das Team aus Dänemark hat keinen Zugriff auf den Shop in der Schweiz, das Fulfillment sieht zwar Bestellungen und Retouren, kann aber die PDPs nicht bearbeiten. Spätestens ab fünf Koleg:innen bricht in jedem Unternehmen ohne Rollen das Chaos aus. Der Sidekick kommt für alle: Wir sind ein bisschen skeptisch, aber um des Keywords willen schreiben wir trotzdem drüber: Shopifys KI-Assistent Sidekick wird schon bald für Händler:innen auf der ganzen Welt eingeführt. Zunächst soll die Künstliche Intelligenz allerdings nur Englisch sprechen – und ob das Ganze nur ein Hype ist oder einen echten Mehrwert für die Kund:innen besitzt, muss sich in der Praxis zeigen.Kategorie #9: Finanzen
Bei Finanzen müssen wir leider passen. Denn erstens kämen wir in Teufels Küche, wenn wir dir finanzielle Ratschläge erteilen, und zweitens beschränken sich die Neuerungen hier fast ausschließlich auf die USA. Du bist US-Amerikaner:in? Dann erledigt Shopify bald deine Steuererklärung, lässt dich deine täglichen Umsätze sofort und gebührenfrei abrechnen oder erlaubt die Abbuchung wiederkehrender Zahlungen aus verschiedenen Konten. Wir Menschen aus der Alten Welt sind dagegen bis auf Weiteres an unsere Steuerberater:innen gebunden. Aber wie immer gilt: Sollte sich was tun, informieren wir dich umgehend.Kategorie #10: Entwicklung
Theme-Blöcke: Gegen Ende noch mal ein Kracher. Ab sofort ist es möglich, in deinem Shopify Theme Blöcke in Blöcken zu definieren und diese bis in acht Ebenen tief zu verschachteln. Was ist ein Block? Entweder ein zusammenhängender Stapel Papier oder ein Kasten mit Content auf einer Webseite. Ein Block auf einer PDP kann jetzt also einen Unterblock mit den Produktbildern enthalten, dazu einen mit den USPs, den FAQs, der detaillierten Produktbeschreibung und den Bewertungen. Blöcke machen Webseiten dynamischer, attraktiver und auf kleinen Displays besser darstellbar. Irgendwo auf der Welt geht für eine UX-Designerin deshalb gerade die Sonne auf. Chat-Apps im Checkout: Wenn es in deinem Store irgendwo NICHT haken sollte, dann im Checkout. Um dort zukünftig rasch Hilfestellung bieten zu können – und ohne dass Besucher:innen sich erst wieder auf die Startseite zurückklicken müssen – lassen sich Chat-Apps jetzt auch im Kassenbereich implementieren. Die Folge sind weniger Warenkorbabbrüche und eine verbesserte User-Experience. Klarere Richtlinien für Built for Shopify: Built for Shopify ist ein Anforderungskatalog, der es Entwickler:innen erleichtern soll, Apps so zu programmieren, dass sie optimal mit Shopify zusammenarbeiten. Genau dieser Katalog wird bald überarbeitet und im Sinne von mehr Transparenz aktualisiert. Was du davon hast? Nun, Built for Shopify ist gleichzeitig eine Art Gütesiegel. Wenn du die drei Worte in Zukunft liest, kannst du dich noch stärker darauf verlassen, dass die App sich einfach installieren und nutzen lässt, ohne permanent Fehler zu produzieren – und das ist ganz sicher in deinem Interesse.The Chicken: Was wir von den Updates halten
Zwei Gedanken möchten wir dir zum Abschluss mit auf den Weg geben. Denn unsere Liste einfach unkommentiert stehenzulassen, wäre höchst unprofessionell. Erstens: Dass es in der diesjährigen Winterausgabe an echten Krachern fehlt, ist nicht weiter überraschend. Als System ist Shopify mittlerweile so ausgereift und Feature-complete, dass die Plattform sich eigentlich nur noch in Details verbessern lässt. Den Hersteller:innen von Smartphones, Autos oder Mikrowellen geht es schließlich nicht anders – und wer immer die Idee zum Next Big Thing hat, sollte sich am besten direkt zu Shopify CEO Tobi Lütke durchstellen lassen, um sein oder ihr Honorar auszuhandeln. Oder komplett humorbefreit: Dass Shopify derzeit nur noch iterativ und kleinschrittig optimiert wird, ist tatsächlich ein gutes Zeichen für alle Händler:innen. Denn so können sie mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass es die Features, auf die es für sie ankommt, schon längst auf der Plattform gibt. Zweitens: Kritische Zeitgenossen mögen weiterhin anmerken, dass sich viele der vermeintlich neuen Features schon lange per App realisieren lassen. Das ist nicht falsch, lässt aber außer Acht, dass Apps zum einen oft Geld kosten und zum anderen zusätzlicher Code einen Shop immer ein wenig träger macht. Änderungen direkt im Quellcode sind in der Regel performanter und stabiler – und natürlich in deinem Shopify-Abo im Preis inbegriffen. Deshalb sagen wir: Freu dich, dass Shopify sich von cleveren Apps „inspirieren“ lässt, anstatt dem geschenkten Gaul ins Maul zu schauen.The Fruit: Besser nicht bis zum Sommer warten
Das waren sie also, die Shopify Winter Editions 2025. 150 Änderungen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt beeindrucken, aber gemeinsam doch ordentlich Impact besitzen. Solltest du jetzt feststellen, dass dein Store der Zeit komplett hinterherhinkt und du nicht einmal ansatzweise in der Lage bist, all die schönen neuen Dinge umzusetzen, dann wird es Zeit für einen Relaunch. Dazu kannst du dich vertrauensvoll an uns wenden. Schreib uns einfach und zusammen planen wir deinen zukunftsfähigen Shop. Sollte dir dagegen gerade ein Tränchen im Auge stehen, weil es bei Shopify so tolle Sachen gibt und du für deinen Store immer noch ein WordPress-Plug-in nutzt, sind wir ebenfalls zur Stelle. Denn eine Migration zu Shopify ist mit uns aus jedem Shopsystem möglich. Melde dich einfach bei unserem Umzugsteam. Bis wir von dir hören, bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Skol!Das waren die Sommer Editions 2024
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Was war das nur für ein Sommer?
Fußball-EM im eigenen Land, mit einer Nationalmannschaft, die endlich wieder überzeugen konnte und nur gegen den späteren Meister knapp verloren hat. Dann die Olympischen Spiele und die Paralympics mit ihren einzigartigen Bildern und großen Momenten. Außerdem sind uns längere Hitzeperioden und größere Katastrophen erspart geblieben, die Eispreise stiegen nur moderat und der letzte Marvel-Film war endlich wieder gut. Gab es sonst noch etwas? Ach ja, am 24. Juni 2024 fand die Shopify Summer Edition statt. Die war natürlich auch interessant. Mit leichter Verspätung präsentieren wir die Highlights des Events und verraten, auf welche spannenden Neuerungen im Shopify-Kosmos du dich freuen kannst.Mit kritischem Blick: Die Highlights der Shopify Summer Edition 2024
Also, was gibt’s Neues in Shopify-Land? Bevor wir mit dem Überblick starten, ein kleiner Hinweis: Natürlich sind die Shopify Editions auch eine Marketingveranstaltung. Das ein oder andere Feature wird reichlich aufgebläht, manch eine Formulierung ist nebulöses Sales-Sprech. Es wäre also ziemlich blauäugig, alles einfach nachzuplappern. Deshalb präsentieren wir, was uns selbst begeistert und geben an anderer Stelle kritisches Feedback. Deine Zeit ist kostbar, wir wollen dich anständig informieren. Und damit starten wir durch:#1 Total International: Shopify Markets
Der globale Vertrieb war DAS zentrale Thema der diesjährigen Summer Editions. Wirklich überrascht hat das vermutlich niemanden, denn an ihren Internationalisierungsfunktionen basteln die Kanadier:innen schon seit Längerem. Äußerst erfolgreich, möchten wir sagen. Denn das, was unter dem Label Shopify Markets inzwischen entstanden ist, haut einen aus den Socken: Internationalisierung mit Shopify funktioniert via Markets so einfach und intuitiv, dass wir uns echt fragen müssen, wieso das nicht schon immer so gehandhabt wurde. Denn zunächst verwaltest du sämtliche Vorgänge bequem aus deiner zentralen Shopify-Schaltzentrale. Es gibt keine unterschiedlichen Dashboards für deine verschiedenen Shops, Lager oder Produzenten – alles ist an einem Ort gebündelt, wird übersichtlich dargestellt und lässt sich mit ein paar Klicks organisieren und verwalten. So behalten selbst Enterprises die Kontrolle, ohne für jeden neuen Markt gleich eine eigene Abteilung aus dem Boden stampfen zu müssen. Das glaubst du nicht? Dann wirf gerne einen Blick in unsere Case Study zu TITUS und lies nach, was CEO Julius Dittmann zum Thema Internationalisierung mit Shopify sagt. Interessant ist das System aber auch für alle Händler:innen, die gerade ihre ersten Schritte über die Grenze wagen. Denn nach wie vor, es ist vollkommen intuitiv. Du legst einfach einen weiteren Shop fürs Ausland oder einen nationalen Markt an und hast ab da alle Zügel in der Hand: Preise, Varianten und Präsentation lassen sich bis runter zur Artikelebene individuell einstellen. Genauso flexibel ist dein Theme: ein anderes Banner für den Shop in Polen? Kein Problem. Zölle, Steuern und Währungen berechnet Markets für dich automatisch. Deshalb der Lesetipp: Internationalisierung mit Shopify geht ganz easy Noch sind in Deutschland nicht alle Funktionen ausgerollt. Bis zum vollständigen Release kann es aber nicht mehr allzu lange dauern. Wir halten dich auf dem Laufenden.#2 Endlich anpassbar: Der Shopify Checkout
Ein weiteres Highlight ist die Einführung der Checkout Extensibility zur Modifizierung des Kassenbereichs eines Shops. Denn grob gesagt waren Anpassungen am Checkout bislang nur im Profitarif Shopify Plus möglich – und dann auch nur unter Einsatz fundierter Programmierkenntnisse. Seit ein paar Monaten ist das anders: Die alte Datei checkout.liquid, in der Programmierende bislang ihre Magie wirken ließen, existiert nicht mehr. Dafür gibt es jetzt eine API, über die sich Veränderungen am Checkout via Apps realisieren lassen. Für die meisten Händler:innen ist das natürlich eine prima Sache. Du willst an der Kasse neue Adressfelder einfügen? Auf der Thankyou-Page Cross-Selling betreiben? DHL-Packstationen nativ integrieren? Für all das gibt es jetzt eine App. Ein wenig ärgern dürften sich dagegen alle Coder:innen, denn viele ihrer alten Tricks sind nun hinfällig und funktionieren nicht mehr. Zwar lässt sich manche Anpassung auch weiterhin ohne App vornehmen, allerdings erfordert das jetzt deutlich mehr Arbeit. Aber hey: Keine Arbeit haben, ist auch schlecht. Daher unbedingt lesen: Shopify Extensibility – Alle Änderungen im Detail# 3 Mehr Features? Shopify Analytics
Eine weitere große Ankündigung der Summer Edition 2024 war die Überarbeitung von Shopify Analytics. Das System soll „flexibler“ werden. Ob es wirklich der große Wurf ist, dass sich Fenster mit unterschiedlichen Metriken zukünftig verschieben und in der Größe anpassen lassen, sei einmal dahingestellt. Interessanter klingt da schon die Möglichkeit, Reports bald um weitere Variablen und Daten erweitern zu können. Insgesamt blieb Shopify bei diesem Thema allerdings vage und konnte nichts zeigen, das für ein großes Wow gesorgt hätte. Unsere Prognose lautet daher: Profis vertrauen in Zukunft für ihre Analysearbeit weiterhin auf Third-Party-Tools. Lesetipp: Ziel deiner Analyse ist meist die Conversion Rate Optimierung – so geht’s#4 Für Bastler:innen: Neue Style-Einstellungen
Auch im Bereich Theme-Erstellung und im Theme-Editor tut sich was. Oder vielmehr: Hat sich etwas getan. Denn, dass ein Block-Element innerhalb eines Themes weitere Blöcke enthalten kann, ist bereits seit über einem halben Jahr möglich. Ebenso sollen Themes in Bälde weniger starr werden. So werden User:innen zukünftig etwa die Anzahl der Elemente in einem Slider selbst bestimmen, die Bilder einer Galerie nach ihrem Gutdünken frei anordnen oder die Logik von Schaltflächen ändern können. Profis wissen natürlich, dass all dies bereits möglich ist. Was hier angekündigt wurde, sind also eher Quality-of-Live-Änderungen für Nichtcoder:innen. Auch ganz ohne Programmierkenntnisse kann der eigene Shop so ein wenig stärker an die eigenen Vorstellungen angepasst werden. Für wirklich krasse Individualisierungen ganz ohne Programmierarbeit werden die geplanten Änderungen unserer Meinung nach allerdings nicht ausreichen. Lesetipp: Welches Shopify-Theme ist das beste? Wir helfen dir bei der Auswahl#5 Aufgeräumt: Produktattribute und -tags per KI
Natürlich darf auch die KI nicht fehlen. Ohne das Buzzword geht gerade gar nichts mehr. Ob Kund:innen sich wirklich über die Beratung via KI-Chatbot freuen, ist dabei mindestens fraglich. Aktuellen Umfragen zufolge stehen die meisten Verbraucher:innen der Künstlichen Intelligenz in puncto Zuverlässigkeit mindestens skeptisch gegenüber und bevorzugen die Hilfe durch echte Menschen. Deutlich interessanter ist deshalb, was Shopify zum Thema KI bei einer der lästigsten Aufgaben im Onlinehandel in petto hat: der Produktpflege. Denn dabei unterstützt dich zukünftig eine clevere Automatisierung: Wenn du ein neues Produkt anlegst, schlägt die Künstliche Intelligenz zukünftig selbstständig Attribute und Tags vor. Das erspart dir nicht nur eine große Menge an Arbeit sowie nerviges Copypasten; vor allem geht dir so kein Attribut mehr durch die Lappen, an das du selbst vielleicht gar nicht gedacht hättest. Die Suchmaschinen und deinen AOV freut das natürlich. Lesetipp: Was ist der AOV? Alle zum Average Order ValueShopify-Nerds erklären: Was sind Attribute?
Zum Thema folgende Information: Früher kannte Shopify nur Produkte und Varianten. Die Varianten eines Produktes bestimmten sich dabei durch Faktoren wie Farbe oder Größe. Durch die Einführung von Attributen hat sich das radikal verändert. Indem du deinen Artikeln Attribute zuweist, bilden sich Varianten gewissermaßen von selbst aus. Und es gibt noch mehr Vorteile: Artikelfilter können etwa anhand der Attribute deutlich bessere Ergebnisse liefern; Produktkategorien müssen nicht mehr umständlich einzeln erstellt werden. Attribute wirken auf den ersten Blick also eher unscheinbar; im Händler:innenalltag sind sie allerdings ein ziemlich großes Ding.#6 Es wird komplexer: Neues bei Shopify Flow
Geplant sind außerdem Änderungen an Shopifys Tool zur Workflow-Automatisierung, Shopify Flow. Das Tool soll mächtig aufgebohrt werden. Neben der bislang bekannten Drag-and-drop-Oberfläche mit ihren simplen Logiken werden bald wohl auch sehr komplexe Anweisungen möglich. Shopify entwickelt sich hier von einer No Code-Plattform zu einer Low Code-Plattform. Soll heißen: Um einen Shop auf die Beine zu stellen, musst du zwar immer noch nicht programmieren können. Wenn du aber zumindest ein wenig Ahnung von IT hast, bist du bald in der Lage, deutlich mehr Vorgänge in deinem Store zu automatisieren. Vielleicht sollten wir Kurse dazu anbieten?#7 Für die Kundenbindung: Shop-Guthaben
Eine weitere geplante Neuerung ist die Einführung von Shop-Guthaben, gerne auch Store Credit genannt. Im Prinzip also Geld in Form eines Gutscheins für deinen Laden; mit dem feinen Unterschied, dass du nicht erst umständlich eine Gift Card erstellen und verschicken musst, sondern der ganze Vorgang über ein Kundenkonto direkt in deinem Shop erfolgt. Wozu das gut ist? Für eine Menge. Die naheliegendste Idee sind natürlich Retouren. Statt 45 EUR zu erstatten, bietest du 50 EUR Shop-Guthaben an. Machst du so Verlust? Vermutlich nicht, denn die Käuferin wird wahrscheinlich 45 EUR ihres Credits dazu verwenden, den defekten Artikel erneut bei dir zu ordern. Für die restlichen fünf Euro kauft sie dann ein weiteres Produkt – und das kostet wahrscheinlich mehr als fünf Euro. Außerdem lassen sich mit Store Credit die unterschiedlichsten Marketingaktionen realisieren. Der Bilderwettbewerb auf Instagram, der Unboxing-Clip auf TikTok, das Quiz auf Facebook – wer gewinnt oder mit deinem Shop interagiert, hat die Chance auf ein Guthaben bei dir. Lesetipp: Was kostet dich die Kundenakquise? So berechnest du die Customer Acquisition Cost (CAC)#8 Aftersales und Informationsgewinn: Kundenkonten
Apropos Kundenkonten: Hier plant Shopify vermeintlich Großes, allerdings steht die ganze Geschichte noch ziemlich in den Sternen. Angedacht ist, Kundenaccounts hinter den Kulissen shopübergreifend zu vernetzen und so einen riesigen Aftersales-Markt zu schaffen. Denn wer in Shop A seine neuen Sneaker kauft, hat bestimmt auch Interesse an den schicken Sportsocken aus Shop B, oder? Wie positiv (oder allergisch) Händler:innen auf diese Idee reagieren, muss sich dann zeigen. Fraglich ist natürlich auch das Thema Datenschutz. Mein Einkauf bei ErotikSpass2000.com geht schließlich niemanden etwas an.#9 Immer sicherer: Datenschutz
Aber wo wir bereits über Datenschutz reden: Hier hat sich Shopify in den vergangenen Wochen und Monaten ordentlich ins Zeug gelegt, um den immer strengeren Bestimmungen gerecht zu werden. Nicht nur innerhalb der EU – auch die USA entdecken das Thema gerade für sich. So wurden etwa Datentracking und das Cookie-Management vereinheitlicht, um die Compliance mit den geltenden Gesetzen zu erleichtern. Auch existieren mittlerweile zertifizierte Cookie-Banner und eine system-integrierte Tracking-Pixel-Verwaltung, die mit der DSGVO-konform gehen. Du kannst inzwischen sogar auswählen, wo auf dem Globus die Server stehen, auf denen deine Kundendaten gespeichert werden – alle Informationen bleiben auf Wunsch also permanent in der EU. Kurzum: Viele Datenschutzaspekte, für die Shopify früher arg kritisiert wurde, sind inzwischen einfach kein Thema mehr. Zwar wird es so zum Teil schwerer, marketingrelevante Informationen zu deiner Kundschaft zu sammeln; verglichen mit einer Abmahnung oder einem Cambridge-Analytica-Shitstorm ist das aber ein kleiner Preis. Lesetipp: Zu den wichtigsten Kundendaten gehört der Customer Lifetime Value (CLV)#10 Große Worte: Kollaboratives Headless Commerce durch Hydrogen Visual Editor (powered by Utopia)
Yeah, Buzzword-BS! Für unsere #10 verspricht Shopify, das Thema Headless Commerce anzugehen; also die strikte Trennung von Frontend und Backend eines Shops. Denn bislang steht der Aufwand für dieses Softwarearchitektur-Modell in keinem Verhältnis zu seinem praktischen Nutzen. Wer keine IT-Abteilung sein Eigen nennt (ausgestattet mit Coder:innen, die wirklich Ahnung haben und nicht nur ein paar Onlinezertifikate besitzen), der lässt von Headless bei Shopify momentan besser die Finger. Versprochen wird ein neuer „visueller Bearbeitungsmodus, der ein optimiertes, ressourceneffizientes Zusammenarbeiten im Team“ ermöglicht. Außerdem eine „intuitive Datenintegration von Metaobjekten und APIs“, die in Echtzeit abrufbar sind und das Thema auch für Nicht-Programmierer zugänglich machen sollen. Umgesetzt ist davon leider noch nichts. Aber selbstverständlich behalten wir die Sache im Blick und informieren dich, sobald Shopify ein Update herausbringt.Wir sehen uns zur Winter Edition 2025
So viel zu unseren Eindrücken der Shopify Summer Edition 2024. Nach den Knallern der letzten Jahre war diese Ausgabe eher low key. Viele Themen sind bereits länger bekannt und schon längst live. Aber selbst Shopify kann das Rad nicht jedes Mal neu erfinden – und wichtiger als ständig neue Killerupdates sind ohnehin konstanter Support und regelmäßige kleine Verbesserungen. Damit kann die zweite Jahreshälfte kommen. Bunte Blätter, Halloween, der Black Friday und natürlich Weihnachten. Vielleicht auch die Winter Edition 2025. Bis dahin helfen wir dir gerne, die vielen neuen Features auch in deinem Store zu implementieren. Kontaktiere uns einfach und sag, was aus der Liste du gerne hättest. Solltest du dagegen noch gar nicht bei Shopify sein, aber nach diesem beeindruckenden Bericht mit einem Wechsel liebäugeln, machen wir auch das möglich. Melde dich für eine Migration bei uns. In jedem Fall freuen wir uns auf deine Nachricht.